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9. Euphorie und Naivität schlagen Hirn und Skepsis

Würden Sie in Deutschland einen Hauskaufvertrag unterzeichnen, den Sie nicht gelesen bzw. verstanden haben, den ausgerechnet der Verkäufer Ihnen "interpretieren" will?

Würden Sie einer Urlaubsbekanntschaft, über die sie nichts wissen, Tausende von Euros ins Ausland überweisen, damit diese für Sie vorbereitend Aufträge erteilt, Zahlungen tätigt, investiert - ohne wasserdichte Verträge und Sicherheiten?

Würden Sie das Kapital Ihrer Familie in ein Traumhaus investieren, bevor Ihnen das Baugrundstück gehört (s. auch Punkt 13)?

Nein?

Hier in Paraguay ist das bei Neuzuwanderern durchaus nicht selten.

Verstehen Sie das? Müssen und sollten Sie auch nicht!

Es ginge doch nicht anders? Aber natürlich geht es anders und sicher!

Man könnte wirklich meinen, die Einfuhr des eigenen Gehirns nach Paraguay wäre verboten, und es müsse an der Grenze abgegeben werden.

Manche haben Glück mit dieser absolut unangebrachten Gutgläubigkeit oder Naivität, viele haben aber auch kein Glück, bezahlen für die Missachtung jeglichen gesunden Menschenverstandes, verlieren ihr Geld und klagen, ohne Sprachkenntnisse, ohne Kenntnis des Rechtssystems, ohne große Aussicht auf Erfolg, häufig auch noch, um zu allem Überfluß einem korrupten Anwalt in die Hände zu fallen (in Villarrica soll es etwa 1900 (!!) Anwälte geben, viele sehr professionell und seriös, viele aber auch ohne Aufträge und ohne Aussichten).

Wenn Sie Paraguay eine Reise abstatten, werden Sie auf viele Leute stoßen, die eben diese Erfahrungen schmerzhaft gesammelt haben, die auf "die Falschen" gehört haben, welche anonym an irgendeinem Wirtstisch oder mittlerweile auch im Internet wie z. B. in irgendwelchen Foren oder Facebook-Gruppen sitzen und mangels anderer Beschäftigung ihr "Wissen" und ihre "Hilfe" anbieten.

In Paraguay, gerade hier, läuft Ihnen nichts davon, nur weil Sie Vorsicht walten lassen, lieber noch einmal darüber schlafen, sich absichern und eine weitere Meinung oder auch sachverständigen Rat einholen, denn das ist auch hier sehr wohl möglich, und es wird am Ende erheblich günstiger als vermeintlich wohlmeinende Ratschläge gescheiterter Raubritter.

Einige typische Fehler durch übereiltes Handeln:

- völlig überteuertes Grundstück
- anfechtbarer Kaufvertrag (s. unten)
- Kauf im Einzugsbereich einer Zuckerrohrfabrik (Geruchsbelästigung durch Faulschlamm)
- Kauf in einer Senke oder stauwassergefährdetem Gebiet
- Kauf eines Grundstücks, das nicht dem gezeigten entspricht
- Kauf eines Grundstücks, das dem Verkäufer nicht gehörte
- Kauf eines Grundstücks mit Einspruchsrechten Dritter
- Kauf eines Grundstücks ohne Notar und - bei Nichtbeherrschen der spanischen Sprache - ohne Übersetzung des Kaufvertrages durch einen neutralen, zugelassenen und eingetragenen Übersetzer mit der Gefahr, daß sich eine Vielzahl an unbekannten Bedingungen im Kaufvertrag oder Belastungen auf dem Grundstück finden
- völlig überteuerte und/oder schlechte Bauausführung
- falsche Vorstellung von den Bau-Nebenkosten wie Brunnenbau, Zufahrt, Anbindung an das E-Netz, Kosten der Umzäunung, usw.
- unvorteilhafte Nachbarschaft
- große Entfernungen zu Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, usw.
- Nichtpassierbarkeit der Zuwegung bei gewissen Wetterlagen
- ungünstige Lage oder schlechter Boden im Hinblick auf ggfls. angedachte Geschäftsidee
- usw.

Das ist übrigens kein typisch paraguayisches Risiko oder Phänomen. In Deutschland ist das genau das Gleiche mit insolventen Bauträgern und betrügerischen Zeitgenossen. Allerdings wird dort niemand derart leichtsinnig und leichtgläubig agieren wie viele es hier tun. Beispiele dafür gibt es zahlreiche.

GRUNDSÄTZLICH - lassen Sie sich da bitte von interessierter Seite nichts anderes erzählen - gilt für alle Notarverträge (Autokauf, Testament, Vollmachten, Grundstücks- und Immobilienkauf, etc.) folgendes:

Bürger, die der spanischen Sprache nicht ausreichend mächtig sind, müssen zu ihrem eigenen Schutz und damit dieser Notar-Vertrag nicht a n f e c h t b a r ist (bedenken Sie die grausame Konsequenz dieses Wortes für Ihre Zukunft und die Ihrer Familie!!), einen traductor público matriculado, also einen Übersetzer mit öffentlicher Zulassung (und entsprechendem Ausweis der Corte Suprema de Justicia) hinzuziehen, der mit dem Antragsteller und Notar den Text in der Muttersprache des Antragstellers vorbereitet, ihn anschließend ins Spanische übersetzt und mit Siegel und Namen für seine Leistung  v e r a n t w o r t l i c h  zeichnet.

Seien Sie in Ihrem eigenen Interesse mißtrauisch, wenn man Ihnen als viel günstigeren Übersetzer oder aus Zeitdruck (?) den freundlichen Nachbarn, der schon lange hier lebt, den rührigen deutsch-sprechenden Paraguayer oder gar (kein Witz!) den Vertragspartner selbst anbietet.

Grundsätzlich sind Übersetzungen von Nicht-Profis, die angeblich Geld sparen sollen, Ihre offene Flanke, denn diese haben vor Gericht keinerlei Beweiskraft, genügen nicht einmal den gesetzlichen Anforderungen, und Sie wissen nicht, wessen Interessen diese lieben Leute am Ende wirklich vertreten.
Außerdem erlangen Sie bei Rechtsgeschäften auf dieser Grundlage keine volle Rechtssicherheit, riskieren die Anfechtung, die möglicherweise sogar von vornherein geplant ist.

Schlechte Ausgangslage auch für eine spätere Beweisführung gegen Leute, die es von Anfang an auf Täuschung und Übervorteilung angelegt hatten, aber das erfahren Sie erst im Verlauf des Verfahrens, denn Ihr Anwalt will ja auch Geld verdienen und wird Ihren Auftrag nicht wegen schlechter Aussichten und hoher Kosten (für Sie) ablehnen.

Berücksichtigen Sie diese nachlesbaren Implikationen, wenn Sie den Spar-Tipps mancher "Paraguay-Kenner" folgen wollen, die nur Ihr Bestes im Sinn haben!

Die Ironie des Dramas ist, daß wirkliche, unbestechliche und fair abrechnende Fachleute, denen am Anfang mögliche Standard-Aufträge vorenthalten wurden, am Ende die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, wobei selbstverständlich erwartet wird, daß sie

- mittlerweile verkorkste und verfahrene Situationen richten,

- rechtliche und vertragliche Fehler heilen,

- mit Mißtrauen leben können, das eigentlich die Verursacher des Dramas verdient hätten,

- mit Mindesthonoraren, Sonderpreisen und Abrechnung nach vollständig erbrachter Leistung oder gar in Abhängigkeit vom Erfolg einverstanden sind, da ja schon Unsummen den Haien ins Maul geworfen wurden und man nun schlauer sei.

Entscheiden Sie selbst, ob Sie durch Sparen am falschen Ende, ausgerechnet bei den wichtigsten und kostspieligsten Entscheidungen, beim Aufbau der Fundamente Ihrer neuen Existenz, der Sicherung Ihrer Zukunft die spätere Anfechtbarkeit der Verträge, das Risiko überraschender Klauseln oder bewußt falsche oder lückenhafte Übersetzungen juristischer und technischer Fachbegriffe in Kauf nehmen wollen.

Den entsprechenden Gesetzesartikel Nr. 390 finden Sie im Código Civil.

Das Auswärtige Amt (www.auswaertiges-amt.de) schreibt dazu in seinen länderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweisen:

"Bei Immobiliengeschäften in Paraguay ist besondere Vorsicht angebracht:  Informieren Sie sich aus verschiedenen Quellen und vergleichen Sie die Grundstückspreise. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht zuvor besichtigt haben. Prüfen Sie die Eigentumsverhältnisse vor dem Kauf ausreichend und lassen Sie sich den aktuellen Grundstückstitel vorlegen. Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen Land mehrfach verkauft wurde, oder es wird Land von Personen angeboten, die nicht Eigentümer sind. Grundlage für die Übertragung des Eigentums ist die sog. „escritura pública“, ein notarieller Vertrag, der zur Umschreibung des Eigentums beim Katasteramt vorgelegt werden muss. Die Durchsetzung von Rechtsansprüchen vor paraguayischen Gerichten ist häufig mühsam und selten erfolgreich. Die Botschaft empfiehlt, in Grundstücksangelegenheiten einen Rechtsanwalt oder Notar einzuschalten."


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